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In
der ersten Haelfte des 16. Jahrhunderts war der Graf
von Armagnac, spaeter Sa Seigneurie, auch Vicomte von
Bearn, Graf von Foix und Herr ueber zahlreiche Lehen,
zu denen Sombrun gehoerte. Sein Enkel wurde als Heinrich
IV. Koenig von Frankreich und weigerte sich, entgegen
der Traditition, seine persoenlichen Laendereien ins
Koenigreich Frankreich zu integrieren.
Hochverschuldet durch einen zehn Jahre waehrenden Krieg
um die Thronbesteigung und vielleicht auch durch zahlreiche
weibliche Eroberungen verkauft unser Weiberheld Teile
seines Besitztums, um seine Schulden zu bezahlen. Gleichfalls
versteigerten seine Emissaere am 18. Maerz 1604 die
Lehensherrschaften von Sombrun, Lascazères und
der Haelfte von Vidouze.
Pierre de la Torte, der Lehnsherr von Caussade, kaufte
alles zusammen fuer den Betrag von 12.000 Pfund. Einen
Monat spaeter trat er die Lehensherrschaft Sombrun fuer
3.500 Pfund an seinen Bruder Raimond ab. Dieser Verkauf
war von grosser Bedeutung fuer das Dorf: Er bedeutet
die Erneuerung der Lehensherrschaft von Sombrun, dessen
Lehensbande sich ueber die Jahrhunderte erstreckten.
Die Grafen von Foix und spaeter die Koenige von Navarra
besassen riesige Laendereien, deren finanzielle Verwaltung
sie an ihre Beamten delegierten.
Von nun an wuerde Sombrun es mit einem ortsansaessigen,
gar omipraesenten Lehensherrn zu tun haben. Indem er
einen Herren auf Sombrun einsetzte, veraeusserte Heinrich
IV. Einen Teil franzoesischen Besitztums, obwohl dessen
Unveraeusserlichkeit seit Franz I. Grundsatz des franzoesischen
Koenigreichs war.
Die zukuenftigen Herren von Sombrun wuerden also ihre
Rechte einem Kaufvertrag verdanken, der von seinem Ursprung
her anfechtbar war. Die Einwohnergemeinschaft, die die
Lehensherren unermuedlich bekaempfte, wuerde nichts
unversucht lassen, die Infraktion des Rechts und des
Usus auszunutzen.
Raimond de Caussade muss sehr geschickt gewesen sein,
denn er lebte mit den Einwohnern von Sombrun in gutem
Einvernehmen. Seine Residenz wurde eingestuft als Herrensitz.
Wahrscheinlich handelte es sich um einen eher bescheidenen
Wohnsitz, der in der Kaufurkunde nicht erwaehnt war.
Hingegen wirde die Muehle von Sombrun in dieser Urkunde
als "Schmuckstueck" des Lehensgutes bezeichnet.
Sie sicherte ein jaehrliches Einkommen von 65 Pfund.
Raimond de Caussade verstarb 1632 kinderlos: Sein Neffe,
Joseph de Monet, wurde sein Nachfolger. Sowohl die Monets
als auch die Caussade stammten aus Béarn und
waren katholisch. Etienne de Monet, Josephs Bruder,
hatte unter Ludwig XIV. die Protestanten in seiner Geburtsregion
Béarn verfolgt. Ein Jahrhundert vorher hatte
seine Familie nach Aragón fliehen muessen, als
Jeanne d'Albret den Reformierten Glauben aufzwang.
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